Ziel des Tastings:
Teilnehmende erleben, wie Rumfass-Reifung oder -Finishings Whiskys beeinflussen – vor allem mit Blick auf Süße, Würze, tropische Aromen.
Dieses Tasting zeigt, wie unterschiedlich Rum sein kann und wie heller, dunkler oder gewürzter Rum sich auf das Fassprofil überträgt.
Teilnehmer:innen sollen:
- den Einfluss von Ex-Rum-Fässern (meist aus der Karibik) sensorisch erleben,
- die Aromen von Rumfass-gelagerten Whiskys identifizieren,
- Unterschiede zu Sherry-/Weinfass-Finishes erkennen,
- und verstehen, wie süße, tropische Noten ohne Zucker entstehen.
Wichtige Vorab-Infos für Teilnehmer:innen:
- Was sind Rumfässer im Whisky-Kontext?
- Meist ehemalige Fässer aus der Karibik (Barbados, Jamaika, Guyana, Kuba)
- Teilweise lange mit Rum belegt, manchmal „frisch ausgeleert“
- Verwendet für Finishs (häufig) oder komplette Reifungen (selten)
- Häufig aus amerikanischer Weißeiche – wie Bourbonfässer – aber mit Resten von Melasse-basiertem Rum
- Warum Rumfässer?
- Um tropisch-fruchtige, zuckerrohrartige, manchmal auch leicht würzige Noten einzubringen
- Sie wirken oft runder, zugänglicher als Sherry- oder Weinfässer
- Besonders spannend für Einsteiger:innen & als Kontrast in Tastings
Tasting Lineup
- Heller Rum (weißer Rum, z. B. kubanisch)
- Dunkler Rum (z. B. aus Jamaika, Barbados)
- Gewürzter Rum (Spiced, mit Vanille, Zimt etc.)
- (Optional) Ein „Agricole-Rum“ (z. B. Rhum Clément) – grasig, mineralisch
- Whiskys, die in entsprechenden Rumfässern gereift oder gefinisht wurden
Zielaromen & Sensorikschärfung
- Weißer Rum
- Zuckerrohr, Limette, Hefe
- Frische, leichte Süße, tropische Anklänge
- Dunkler Rum
- Melasse, Banane, Vanille, Gewürze
- Tiefe Süße, Karamell, dunkle Frucht
- Spiced Rum
- Zimt, Nelke, Vanille, Orange
- Würzig-süße Highlights, Dessert-Charakter
- Agricole
- Gras, Erde, Olive, Pfeffer
- Komplexe, ungewöhnliche Nuancen im Whisky (selten)
Hinweise und Informationen während des Tastings:
- Rumfass ist meist Finish, selten Vollreifung – sonst oft zu dominant
- Rumfass kann Süße suggerieren, ohne Zucker zu enthalten
- Hinweis auf „Rumfass“ ≠ gleichbleibender Stil: Herkunft und Restsüße entscheidend
- Tropenreifung bei Rum kann Aromen verstärken – das Fass gibt diese Dichte weiter
Schwerpunkte
- Süße ohne Zucker
- Rumfass-Whiskys wirken süß, enthalten aber keinen Zucker, das ist wichtig zu betonen. Die Süße kommt rein aus den Aromastoffen, nicht durch Nachsüßen.
- Finish vs. Vollreifung
- Finishs (z.B. 6-12 Monate im Rumfass) bringen klare Rumnoten. Vollreifungen (selten) liefern subtilere Integration. Sensorisch erlebbar im Vergleich.
- Rumstil beeinflusst das Aroma
- Jamaika = funkiger, Guyana = schwer & dunkel, Kuba = leicht & elegant, je nach Ursprung kann das Tasting stark variieren.
- Holz + Rum
- American Oak + Rum bringt oft süße Vanille, warme Würze & Frucht ein sonniges Aromenbild.
- Vergleich zu Sherry
- Rumfass-Whiskys wirken offener, fröhlicher, weniger schwer als Sherryfassreifungen gut als Kontrast im Tasting zu erleben.
Fragen:
- „Was empfindest du als süß – woher kommt diese Süße?“
- „Riecht es für dich nach Rum, wenn ja: eher brauner Rum oder weißer?“
- „Welche Aromen kommen dir tropisch vor?“
- „Wie unterscheidet sich dieser Whisky von einem Sherryfass-Whisky?“
- „Ist dir das zu süß, oder genau richtig?“