- Besitzer: Diageo
- Land: Schottland
- Region: Islay
- Ort: Südküste Islays, in Port Ellen
- Gründungsjahr: 1825 (geschlossen 1983, Wiedereröffnung geplant für 2025)
- Herstellungskapazität (neu): voraussichtlich ca. 800.000 Liter jährlich
- Webseite: www.malts.com
Informationen
Port Ellen ist eine der legendärsten Namen der Whiskywelt – eine Brennerei, deren einstige Schließung zu einem Mythos wurde und deren Wiederauferstehung seit Jahren mit Spannung erwartet wird. Gelegen an der Südküste Islays, wurde Port Ellen über Jahrzehnte hinweg vor allem durch ihre rauchigen, komplexen Whiskys berühmt, die heute zu den seltensten und wertvollsten Sammlerobjekten gehören.
Die ursprüngliche Destillerie produzierte einen typischen Islay-Stil mit kräftigem Rauch, salzigen Küstennoten, reifer Fruchtigkeit und einer oft fast öligen Tiefe. Viele der Abfüllungen, die in den 1970er-Jahren destilliert wurden, reiften über Jahrzehnte in Bourbon- oder Sherryfässern – und gelten heute als Inbegriff eines „Lost Malts“.
Obwohl der Betrieb 1983 offiziell eingestellt wurde, blieb Port Ellen als Standort weiter aktiv: Die Port Ellen Maltings versorgen bis heute zahlreiche Islay-Destillerien mit getorftem Malz.
Die Ankündigung von Diageo im Jahr 2017, Port Ellen wiederzueröffnen, sorgte weltweit für Aufsehen. Der Neubau kombiniert moderne Technik mit traditionellen Methoden – und soll mit zwei neuen Brennblasen sowie einer originalgetreuen Replik der historischen Still den legendären Stil der alten Port Ellen-Abfüllungen wieder aufleben lassen.
Geschichte
Gegründet wurde Port Ellen im Jahr 1825 von Alexander Kerr Mackay – zu einer Zeit, als legale Brennereien auf Islay noch selten waren. Nach mehreren Besitzerwechseln entwickelte sich Port Ellen im 19. Jahrhundert zu einer wichtigen Produktionsstätte – nicht nur für Single Malt, sondern auch als Lieferant für hochwertige Blends.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts stagnierte die Produktion, und in der wirtschaftlich schwierigen Phase der 1980er-Jahre fiel Port Ellen – wie auch Brora oder Rosebank – der großen Schließungswelle zum Opfer. Der letzte Destillationstag war der 1. Mai 1983.
Was folgte, war ein Kultstatus sondergleichen: Die verbliebenen Fässer wurden in kleinen Mengen als limitierte Sonderabfüllungen veröffentlicht – jede davon begehrt, teuer und geschmacklich herausragend. Port Ellen wurde zur „Legende unter den verlorenen Brennereien“.
Im Zuge einer Renaissance historischer Whiskys kündigte Diageo 2017 den Wiederaufbau an – mit dem Ziel, den einzigartigen Stil zu rekonstruieren. Im Jahr 2024 war es dann soweit und die Destillerie wurde wieder eröffnet. Die neue Port Ellen-Brennerei produziert nicht nur Whisky, sondern beherbergt auch ein hochmodernes Besucherzentrum – ein Ort, an dem Vergangenheit und Zukunft des Islay-Whiskys verschmelzen.