• Besitzer: Lochlea Distilling Company (privat geführt)
  • Land: Schottland
  • Region: Lowlands (South Ayrshire)
  • Gründungsjahr: 2018 (erste Destillation), erste Abfüllung 2022
  • Herstellungskapazität: ca. 200.000 Liter
  • Webseite: www.lochleadistillery.com

Informationen

Lochlea ist eine unabhängige Farm-Destillerie, die ihren gesamten Gerstenbedarf selbst anbaut – und dabei kompromisslos auf Qualität setzt. Das Land, auf dem die Brennerei steht, war einst das Zuhause von Robert Burns, dem schottischen Nationaldichter – und dieser lokale Bezug wird mit viel Feingefühl, nicht plakativ, gepflegt.

Der Whisky ist ungetorft, leicht, sehr fruchtig und malzig, mit frischer Apfelnote, etwas Vanille, Honig und dezenter Würze. Ziel ist ein „farm to bottle“-Produkt mit maximaler Kontrolle über Rohstoffe und Prozesse. Die Fermentation dauert rund 66 Stunden, destilliert wird langsam und sauber.

Für die Reifung nutzt Lochlea ein breites Spektrum: First-Fill-Bourbonfässer, STR-Weinfässer und Sherry Butts prägen den Charakter. Die bisherigen Releases zeigen bereits hohe Präzision und Reife, trotz des jungen Alters – nicht überholzt, nicht überladen.

Die Range ist klein, klar gegliedert und spannend aufgebaut: neben dem klassischen „Our Barley“ (Standardabfüllung) gibt es saisonale Releases wie „Harvest Edition“ oder „Sowing Edition“, die kleine stilistische Variationen bieten.

Geschichte

Die Lochlea Farm in Ayrshire war zwischen 1777 und 1784 die Heimat von Robert Burns, der hier lebte und arbeitete – bevor er zum Dichter wurde. Die Familie hinter Lochlea kaufte das Land mit der Idee, eine eigenständige Farm-Destillerie aufzubauen – und genau das ist gelungen: vom Gerstenanbau über die Mälzung bis zur Abfüllung liegt alles in einer Hand.

Gegründet wurde Lochlea offiziell 2018, erste Destillation im selben Jahr, erste eigene Abfüllung 2022. Seitdem hat sich die Brennerei rasant einen Namen gemacht: präzise, hochwertig, transparent, mit einem klaren Bekenntnis zur Herkunft und eigenständigem Stil.

Ein besonderes Ausrufezeichen war die Verpflichtung von John Campbell, dem früheren langjährigen Distillery Manager von Laphroaig. Seit 2021 bringt er seine Erfahrung ein und gibt dem Projekt Tiefe und Glaubwürdigkeit – gerade für Fans klassischer Destillationskunst.

Lochlea zeigt: Lowland-Whisky kann eigenständig, landwirtschaftlich verwurzelt und gleichzeitig modern auftreten – ohne Klischees, ohne Investoren-Hype, dafür mit Haltung.