• Besitzer: Francis und Ian Cuthbert (Familienbetrieb)
  • Land: Schottland
  • Region: Lowlands (Cupar, Fife)
  • Gründungsjahr: 2005 (Produktionsstart), erste Abfüllung 2018
  • Herstellungskapazität: ca. 100.000 Liter
  • Webseite: www.daftmill.com

Informationen

Daftmill ist eine echte Farm-Distillery – und das nicht als Marketingfloskel: Die Brennerei ist Teil eines aktiven landwirtschaftlichen Betriebs, der die eigene Gerste für die Whiskyproduktion anbaut. Selbst die Mälzung lässt sich auf den Feldern vor der Tür zurückverfolgen.

Der Stil ist klassisch Lowland, aber mit mehr Tiefe: sehr sauber destilliert, ungetorft, frisch und fruchtig, mit Noten von Apfel, Birne, Malz, Blütenhonig und manchmal einer feinen Kräuterwürze. Die langsame Fermentation (oft über 90 Stunden) und traditionelle Pot-Still-Destillation sorgen für ein elegantes, leicht ölbetontes Destillat.

Die Fässer stammen überwiegend aus First-Fill-Bourbonfässern, aber auch Sherry Butts werden gelegentlich verwendet. Daftmill produziert nur in den Sommer- und Wintermonaten, wenn die landwirtschaftliche Arbeit auf dem Hof ruht – was zu einer sehr begrenzten Menge führt.

Geschichte

Gegründet wurde Daftmill von den Brüdern Francis und Ian Cuthbert, die 2005 ihre Brennerei auf dem eigenen Hof errichteten. Die Genehmigung hatten sie zwar schon länger in der Tasche, aber ihr Ziel war von Anfang an ungewöhnlich: nicht verkaufen, bevor der Whisky mindestens 12 Jahre gereift ist.

Dieses geduldige Vorgehen führte dazu, dass Daftmill erst 2018 die erste Single-Malt-Abfüllung auf den Markt brachte – ein 12-jähriger Whisky, der sofort bei Sammlern und Liebhabern für Aufsehen sorgte.

Heute gilt Daftmill als eine der konsequentesten „Slow Whisky“-Brennereien Schottlands. Es gibt keine hastigen Releases, keine riesige Range, keine Massenproduktion – nur wenige tausend Flaschen pro Jahr, meist über Zuteilung verkauft.

Daftmill ist kein Whisky für schnelle Trends – sondern ein Paradebeispiel für kompromisslose, traditionelle Handwerkskunst. Wer eine Flasche bekommt, hält nicht nur einen Whisky, sondern auch ein Stück gelebter Lowland-Philosophie in der Hand.