Ziel des Tastings:
Teilnehmende sollen erkennen, wie Cognacfässer, die meist aus französischer Limousin-Eiche bestehen, fruchtige Eleganz, florale Noten und würzige Tiefe in den Whisky bringen. Besonders spannend sind hier Unterschiede zwischen klassischem Cognac, Fine Champagne und XO-Qualitäten – und wie lange gelagerte Spirituosen das Holz prägen.
Teilnehmende sollen:
- erkennen, wie Cognacfässer den Whisky veredeln,
- die typischen Aromen sensorisch erfassen,
- Unterschiede zu Sherry, Wein oder Rum herausarbeiten,
- und die Wirkung von Reifung vs. Finish verstehen.
Wichtige Vorab-Infos für Teilnehmer:innen
- Was ist Cognac?
- Französischer Weinbrand, ausschließlich aus weißen Trauben (meist Ugni Blanc)
- Destilliert in Charentaiser Brennblasen
- Reift in französischer Eiche (meist Limousin oder Tronçais)
- Cognac-Fässer sind alt, aber hocharomatisch: Weinaromen, Vanille, Holz, Tannin
- Whiskyreifung in Cognacfässern:
- Meist als Finish verwendet (6–18 Monate)
- Selten für Vollreifung
- Bekannt für Eleganz, florale Süße, weinige Fruchtigkeit
- Oft in High-End-Serien großer Brennereien (z. B. Glenlivet, GlenAllachie, BenRiach, Kavalan)
Tasting Lineup
- VS Cognac – jung, frisch, traubig
- VSOP Cognac – rund, balanciert, mit Frucht
- XO Cognac – lang gereift, komplex, mit Tiefe und Würze
- Danach Whiskys mit Cognacfass-Finishing oder Vollreifung
Zielaromen & Sensorikschärfung:
- VS
- Traube, Apfel, Eiche, florale Noten
- Frische Frucht, heller Stil, feine Holzwürze
- VSOP
- Birne, Vanille, Mandel, Honig
- Weichheit, runde Süße, florale Tiefe
- XO
- Feige, Leder, Tabak, dunkle Beeren
- Komplexität, Tiefe, samtige Textur, edle Holzwürze
Cognacfässer bringen häufig eine balancierende Eleganz, die weder zu süß noch zu holzlastig ist – perfekte Partner für leichte oder fruchtige Whiskys.
Hinweise und Informationen während des Tastings
- Cognac darf nur aus bestimmten Rebsorten stammen (Ugni Blanc etc.)
- Herkunftsregionen: Grande Champagne, Petite Champagne, Borderies …
- Fässer: meist 350–400 l, französische Eiche → gibt viele Tannine ab
- Cognacfässer sind meist second-fill, aber intensiv im Aromaprofil
Schwerpunkte
- Eleganz vor Intensität
- Cognacfass-Whiskys sind oft leiser, subtiler genau das gilt es sensorisch herauszuarbeiten.
- Cognac ist kein Sherry
- Ãhnliche Fruchtassoziationen, aber trockener, blumiger, feiner wichtig im Vergleich zu PX/Oloroso.
- Französische Eiche wirkt anders
- Im Vergleich zur amerikanischen oder spanischen Eiche wirkt sie oft trockener, mit feinerem Tannin.
- Finish muss balanciert sein
- Bei zu langem Finish kann der Whisky tanninhaltig, trocken oder spröde wirken das kann im Tasting gut herausgearbeitet werden.
Fragen
- „Was macht diesen Whisky weiniger oder floraler?“
- „Kommt dir das eher fruchtig oder trocken vor?“
- „Wie unterscheidet sich das von einem Sherryfass-Finish?“
- „Merkst du den Eichenholz-Einfluss? Ist er weicher oder strenger?“
- „Findest du die Aromen gut eingebunden oder wirkt der Finish zu stark?“