- Besitzer: J&A Mitchell & Co. Ltd.
- Land: Schottland
- Region: Campbeltown
- Gründungsjahr: ursprünglich 1872, Wiedereröffnung 2004
- Herstellungskapazität: ca. 750.000 Liter pro Jahr
- Webseite: www.kilkerransinglemalt.com
Informationen
Glengyle ist die jüngste Brennerei Campbeltowns – und gleichzeitig ein Stück Whisky-Historie. 2004 von J&A Mitchell (Springbank) wiedereröffnet, wird hier unter dem Markennamen Kilkerran produziert – aus rechtlichen Gründen, da die Marke „Glengyle“ bereits anderweitig belegt war.
Kilkerran steht für einen klar strukturierten, leicht getorften (~12 ppm) Campbeltown-Stil: mineralisch, wachsig, manchmal zitrisch oder leicht rauchig – immer mit einem gewissen „funk“, den viele als typisches Merkmal der Region schätzen. Die Destillation erfolgt zweifach, die Reifung hauptsächlich in Ex-Bourbon- und Sherryfässern. Es wird nur in kleineren Chargen abgefüllt, oft in fassstarker oder naturbelassener Form.
Die Produktion erfolgt in einem Mix aus Springbank-Know-how und eigenem Charakter: Handarbeit, traditionelle Produktionsweise, keine Filtration, keine Färbung.
Geschichte
Die ursprüngliche Glengyle Distillery wurde 1872 von William Mitchell gegründet – dem Bruder von Archibald Mitchell (Springbank). In den Jahrzehnten danach wechselte sie mehrfach den Besitzer und wurde schließlich 1925 stillgelegt. Über viele Jahrzehnte stand das Gelände leer – bis J&A Mitchell im Jahr 2000 den Wiederaufbau ankündigte.
Mit der Wiedereröffnung im Jahr 2004 erhielt Campbeltown offiziell den Status als eigenständige Whiskyregion zurück – Glengyle war damit symbolisch wie praktisch extrem wichtig für das Überleben der Region.
Seit 2009 gibt es jährliche Releases der Kilkerran-Serie, anfangs als „Work in Progress“, später als 12-jährige Standardabfüllung.
Aktuelles
Kilkerran erfreut sich wachsender Beliebtheit – besonders bei Sammlern, weil die Abfüllungen limitiert, fair bepreist und geschmacklich eigenständig sind. Der Fokus liegt derzeit auf dem Ausbau der Fassvielfalt (z. B. Port, Madeira, Rum-Finishes) und einem stärkeren internationalen Vertrieb.
Im Unterschied zu Springbank sind Kilkerran-Abfüllungen aktuell etwas zugänglicher erhältlich – aber die Nachfrage steigt stetig. Ein weiterer Ausbau der Produktionskapazitäten ist bereits im Gespräch, allerdings ohne den Charakter der Brennerei zu gefährden.